Innovation und Effizienz ergänzen bewährte Technik der O-Busse
Er ist aus Eberswalde nicht mehr wegzudenken und gehört unweigerlich zum alltäglichen Treiben der Stadt dazu: Der O-Bus. Nach rund 17 Jahren und 850.000 zurückgelegten Kilometern haben die O-Busse vom Typ MAN Gräf & Stift NGE 152 aus dem Jahr 1993 bzw. 1994 mit dem Jahr 2010 jedoch die maximale Einsatzdauer erreicht.
Pünktlich zum Jubiläum „70 Jahre O-Bus – in Eberswalde“ werden dann im Spätherbst, in den gewohnten Farben der BBG in grün und weiß, die ersten eigenen Fahrzeuge eintreffen.
Zwölf neue O-Busse werden in Eberswalde ihren neuen Einsatzort finden. Zwölf Busse mit modernster Technik, die es ermöglicht Energie zu speichern. Die neuen O-Busse werden mit elektrochemischen Doppelschicht-Kondensatoren, sogenannte „Supercaps“, ausgerüstet. Diese haben die größte Energiedichte aller Kondensatoren. Solch ein Energiespeicher wird unter anderem Energie speichern können, die im Fahrzeug sonst verloren geht, wie zum Beispiel Bremsenergie. Anschließend wird diese Energie aus dem Speicher beispielsweise für den Fahrzeugantrieb bereitgestellt.
Damit wird sich der Energieverbrauch langfristig verringern, was wiederum der Umwelt und dem Klima zugute kommt.
Foto: Zwölf neue „Solaris Trollino 18“ befördern mit gewohnter Effizienz die Eberswalder Fahrgäste. (Quelle: BBG)
Mehr Flexibilität
Um auf dem Betriebshof sowie bei verkehrsbedingten Streckenunterbrechungen flexibel zu bleiben, erhalten die O-Busse darüber hinaus 100 kW starke Dieselgeneratoren, die die anspruchsvolle Abgasnorm Euro 5 erfüllen.
In Kombination mit den „Supercaps“ können die neuen O-Busse dann auch ohne ihre Stromabnehmer fahren. Damit wird auch ein oft genannter und wesentlicher Nachteil des O-Bus-Systems, nämlich seine Inflexibilität und Abhängigkeit an das existierende Strecken- und Schienennetz, ausgeräumt. Die neuen O-Busse können sich mit dieser Technologie den räumlichen Entwicklungen der Stadt Eberswalde anpassen.
Verbesserter Komfort für die Fahrgäste
Vor allem die Fahrgäste sollen von der neuen Innenausstattung profitieren.
So bieten die neuen „Solaris Trollino 18“ folgende Verbesserungen:
- Der Fahrgastraum ist klimatisiert.
- Die Busse sind niederflurig.
- Erstmals sind auch niederflurige Sitzplätze vorhanden.
- Es gibt größere und vor allem mehr Standflächen für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren.
- Alle Fahrzeuge sind mit einer Klapprampe für Rollstuhlfahrer ausgestattet.
Die ersten drei Fahrzeuge treffen bereits in diesem Jahr, im Spätherbst, ein und werden nacheinander eingesetzt.
Sechs weitere O-Busse werden 2011 in Eberswalde angeliefert; die letzten drei Fahrzeuge folgen dann im Jahr 2012. Die Neufahrzeuge werden aber nicht nur den Fahrgästen und den Busfahrern mehr Komfort und Sicherheit bieten. Besonders in technischer Hinsicht wird die Barnimer Busgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem polnischen Unternehmen Solaris Bus & Coach und Cegelec aus der Tschechische Republik eine neue und zukunftsweisende Richtung einschlagen.
Barnimer Busgesellschaft spart mit O-Bus 2,3 Tonnen CO2 pro Tag
Am 03. November 1940 wurde der O-Bus-Betrieb offiziell aufgenommen und befördert mit den nur 2 O-Bus-Linien derzeit knapp 4 Millionen Fahrgäste jährlich von Nordend zum Kleinen Stern, von Ostend ins Brandenburgische Viertel.
Das sind etwa 18.000 Fahrgäste an einem Schultag. Das ist außergewöhnlich viel, was sich auch daran zeigt, dass der O-Bus damit in der Innenstadt 33 Prozent des gesamten Personenverkehrs (einschl. Pkw-Verkehr) realisiert.
Die O-Busflotte der BBG ist nicht nur viel leiser, sondern stößt auch weniger Umweltschadstoffe aus. Am deutlichsten wird dies beim Treibhausgas CO2. Ein normaler Dieselbus stößt noch mehr aus, wenn er alt ist. Ein O-Bus gibt gar kein CO2 ab. Würden statt der O-Busse in Eberswalde Dieselbusse fahren, würde die Stadt pro Tag mit 2,3 Tonnen oder pro Jahr mit fast 850 Tonnen mehr CO2 kämpfen. Durch den O-Bus ist damit die Umweltbelastung in der Stadt durch Personenverkehr um ein Drittel niedriger. Die BBG ist ein wichtiger Partner für die frühzeitige Erfüllung der Klimaschutzziele im Barnim.
Neben Solingen und Esslingen gehört Eberswalde zu den letzten verbliebenen O-Bus-Städten in Deutschland. Mit dem Jahr 2010 kann sich Eberswalde darüber hinaus auch als älteste O-Bus-Stadt Deutschlands bezeichnen.





