Wetterwandel im Barnim
Die Veränderungen des Wetters können in Eberswalde hautnah „miterlebt“ werden. Dies ermöglicht die Wetterstation auf dem Waldcampus der Fachhochschule. Im Dezember 2006 wurde sie als eine von 1.200 Stationen in Deutschland von dem Meteorologen Jörg Kachelmann offiziell eingeweiht. Die Wetterdaten aus Eberswalde werden von Meteomedia für die Wetterprognosen genutzt und der Fachhochschule zu Lehrzwecken im Studiengang Global Change Management zur Verfügung gestellt. Die in Eberswalde erhobenen Daten, wie z.B. Niederschlag, Temperatur, Windgeschwindigkeit und –richtung können online auf der Internetseite von Meteomedia sowie auf der Homepage der Fachhochschule abgerufen werden.
Vergleicht man das Temperaturmittel und die Niederschlagssumme der Wetterstation auf dem Waldcampus über die drei Sommermonate der Jahre 2007 und 2008, so wird laut Dr. Jürgen Müller vom Institut für Waldökologie und Waldinventuren deutlich, dass der Sommer 2008 wärmer und deutlich trockner war als der Sommer 2007.
Daten der Wetterstation Angermünde im Zeitraum von 1900 bis 2000 zeigen, dass die Sommertemperatur (Mittel der Monate Juni, Juli und August) von 14,5 °C im Jahr 1900 auf 18,0 °C im Jahr 2000 angestiegen ist.
Das heißt, in 100 Jahren ist der Sommer um 3 °C wärmer geworden. Die Jahresniederschläge sind im gleichen Zeitraum mit 520 mm in etwa konstant geblieben, die Häufigkeit des Auftretens von Trockenjahren hat sich jedoch erhöht. Dies belegen Auswertungen des Institutes für Waldökologie und Waldinventuren des Johann Heinrich von Thünen-Institutes.
Quelle: Dr. Jürgen Müller, Institut für Waldökologie und Waldinventur.
Weitere Informationen unter:
www.bfafh.de/inst7/
www.meteomedia.ch
Was macht der Wald im Klimawandel?
Kiefer bleibt wichtiges Rückgrat für klimaangepasste Wälder im Barnim
Ein Hektar Wald speichert pro Jahr durchschnittlich über alle Altersklassen hinweg ca. 13 t des klimaschädlichen Gases CO2. Der Barnimer Wald, der 50 % der Landkreisfläche ausmacht, kann jährlich ca. 1 Mio. t CO2 binden. Das entspricht einem Viertel der gesamten CO2-Emissionen des Landkreises Barnim.
Dass der Wald eine wichtige Rolle für das regionale Klima spielt, ist allgemein bekannt. Welchen Einfluss aber der Klimawandel und insbesondere Witterungsextreme auf den heimischen Wald haben, ist weitgehend unbekannt. Wie anpassungsfähig ist unser Wald eigentlich?
Die Antwort auf diese Frage untersuchen Mitarbeiter des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) mit verschiedenen Brandenburger Partnerinstitutionen. Ausgelöst von Waldschäden der 1980er und 1990er Jahre besteht ein breites Erfahrungswissen über die Grenzen der Anpassung unserer Wälder, das den Wissenschaftlern nun in der Klimawirkungsforschung zur Hilfe kommt.
Die Brandenburger Wälder werden von der Wald-Kiefer mit 75 % dominiert. Die verbleibenden 25 % teilen sich Eiche, Buche und andere Laubbaumarten sowie die Fichte. Dabei gilt die Kiefer als besonders anpassungsfähig gegenüber Trockenheit und Hitze. Für die nächsten Jahrzehnte ist davon auszugehen, dass die Kiefer die wichtigste Wirtschaftsbaumart bleiben wird, so Dr. Ralf Kätzel, Fachbereichsleiter Waldentwicklung und Monitoring des LFE. Um die Risiken, z. B. durch klimabegünstigte, nadelfressende Insekten, zu mindern, müssen sich jedoch die Waldstrukturen schrittweise ändern. Laubbaumarten, wie Trauben-Eiche, Winter-Linde, Vogel-Kirsche, Feld-Ahorn werden zunehmend in die Kiefern-Bestände eingemischt. Wichtig ist, dass der vergleichsweise hohe Waldanteil auch künftig im Barnim erhalten bleibt.
Die Schorfheide ist das größte geschlossen Waldgebiet in Deutschland. (Foto: WITO-Barnim)
Kontakt
Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE)
Dr. habil. Ralf Kätzel
Mail: ralf.kaetzel@lfe-e.brandenburg.de
Mit dem Klimawandel leben
Der Barnim ist Teil einer Modellregion für den Umgang mit Trockenheit
Bereits heute macht sich der Klimawandel durch Extremwetterlagen wie z.B. Starkregenereignisse oder Dürreperioden in der Region Brandenburg-Berlin deutlich bemerkbar.
Auf Grund der ohnehin vergleichsweise geringen Jahresniederschläge von 557 mm (vgl. Deutschland ca. 789 mm), eines hohen Anteils an Oberflächengewässern (2,3 % der Gesamtfläche) und der Dominanz sandiger Böden mit geringer Wasserspeicherkapazität ist die Region Brandenburg-Berlin besonders anfällig gegenüber lang anhaltenden Hitze- und Trockenperioden sowie damit einhergehender Wasserknappheit.
Vor diesem Hintergrund sind die Planungsregionen Uckermark-Barnim und Lausitz-Spreewald seit Juni 2009 unter dem Titel „Gewässerreich und wasserarm“ Modellregionen für den Umgang mit Trockenheit. Im Rahmen des Forschungsprojekts INKA BB (Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg-Berlin) werden in einem Netzwerk aus 56 bedeutenden Partnern aus Wissenschaft, Behörden, Unternehmen sowie Verbänden Strategien erarbeitet, um den zu erwartenden Folgen des Klimawandels in den beiden Regionen zu begegnen.
In den insgesamt 24 Teilprojekten werden auf Grundlage der aktuellsten regionsbezogenen Klimaszenarien Anpassungsstrategien entwickelt. Allein sechs Teilprojekte werden an der Fachhochschule Eberswalde bearbeitet.
Elf neue wissenschaftliche Stellen konnten dafür an der Fachhochschule geschaffen werden. Bis zum Jahr 2014 haben die Forscher Zeit, die beiden Planungsregionen auf den Klimawandel vorzubereiten.
Funktionsloser Steg nach dramatischer Grundwasserabsenkung am Kleinen Kronensee (Foto: Ron Meier)
Kontakt
INKA BB an der FH Eberswalde
Projektleitung
Prof. Dr. Uta Steinhardt
Mail: usteinhardt@fh-eberswalde.de
www.inka-bb.de







