Energieerzeugung im Landkreis Barnim
(Quelle: Regionale Planungsstelle Regionalatlas)
Im Landkreis Barnim wird im Vergleich zum Bundesdurchschnitt überdurchschnittlich viel Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Insbesondere die Windenergie hat seit 1995 einen rasanten Aufschwung genommen. Doch auch die Solarstromerzeugung ist von zunehmender Bedeutung, seit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2004 gibt es hier jährlich Zuwachsraten bei der installierten Leistung von über 30 %.
Derzeit beträgt der Anteil Erneuerbarer Energien (EE) an der Stromversorgung bereits ca. 41 %. Der Anteil an der Wärmeerzeugung fällt mit 2 % noch deutlich geringer aus. Der Bereich der Wärmeenergieerzeugung muss und wird in den nächsten Jahren ein zentrales Thema im Landkreis Barnim sein.
Windenergie
Mit einem Anteil von 15 % an der deutschlandweit installierten Leistung liegt Brandenburg auf Platz 2 hinter Niedersachsen mit einem Anteil von 26 %. Damit kann Brandenburg als ein klassisches Windenergieland bezeichnet werden.
Im Barnim sind nach EEG 38 Standorte mit einer Gesamtfläche von ca. 6.750 ha ausgewiesen, auf denen 1 bis 18 Anlagen betrieben werden. Die eingespeiste Leistung durch Windkraftanlagen entspricht einem Anteil von 24,5 % am Endenergieverbrauch (Strom) des Landkreises.
Bis 2010 sind weitere 12 Windeignungsgebiete ausgewiesen, mit denen insgesamt 941 ha Fläche für weitere Windkraftanlagen zur Verfügung stehen.
Quelle: Aust, Umsetzung der Ziele der integrierten Energie- und Klimapolitik auf regionaler Ebene im Landkreis Barnim
Solarenergie
Mit einer mittleren jährlichen Sonnenscheindauer von 1.742 Stunden (Mittelwert der Periode 1991 - 2006 der Station Angermünde, DWD 2007) gehört der LK Barnim zu den sonnenreicheren Regionen in Deutschland, wodurch die Installation von Solaranlagen durchaus effizient ist. An einem klaren Sonnentag strahlt die Sonne bei uns etwa 1.000 Watt pro m² ein, was der Leistung einer mittleren Kochplatte entspricht. Ein Solarmodul von 1 m² leistet unter diesen Bedingungen etwa 120 Watt.
Aufgrund dieser Sonneneinstrahlung verfügt der LK Barnim über ein ausreichendes Potenzial zur Nutzung der Solarenergie in Form von Photovoltaik (PV) und Solarthermie. Das theoretische Potenzial wurde von der FH Eberswalde mit einer Höhe von 56.000 MWh/ Jahr ermittelt.
Derzeit sind im Barnim 254 PV-Anlagen mit Leistungen zwischen 0,7 und 799 kW installiert.
Zum Bestand der solarthermischen Anlagen kann derzeit keine Aussage getroffen werden, da die vorhandenen Anlagen nicht erfasst werden.
Energie aus Biomasse

- Bildquelle: www.sxc.hu
(Quelle: Regionalatlas Erneuerbare Energien Barnim-Uckermark. Regionale Planungsstelle)
Biogas
Derzeit gibt es keine Biogasanlagen im Barnim. Ein verstärkter Anbau von Energiepflanzen für die Nutzung in Biogasanlagen ist mittelfristig nicht zu erwarten, da die bisherigen Erträge eher der Biokraftstoffherstellung in den Anlagen im LK Uckermark dienen. Zudem macht die aktuelle Preissituation am Getreidemarkt den Bereich Biogas für die Landwirtschaft nicht interessant, dies ist vor allem für die Produktion von Energiepflanzen für die Biogasnutzung von Bedeutung. Allerdings sind im LK Barnim große Potenziale für die Nutzung von Gülle bzw. Geflügelkot aus Viehhaltungsbetrieben identifiziert worden, die eine Biogaserzeugung in Verbindung mit Reststoffen aus Kommunen (z.B. Grünschnitt) und der Lebensmittelindustrie zulassen.
Insgesamt könnte eine Biogaskapazität von über 6,9 m³ pro Jahr erreicht werden. Dabei spielen vor allem flächenungebundene Reststoffe aus der Tierhaltung sowie kommunale Grünschnittabfälle und Reststoffe der Lebensmittelindustrie eine große Rolle. Laut Aussagen des Energieatlasses der Regionalen Planungsstelle Barnim-Uckermark ergibt sich für den Landkreis Barnim ein Potenzial von 12 Anlagen mit einer durchschnittlichen Größe von 500 kWel.
Wärme aus Energieholz
Derzeit nimmt die Wärmeenergieerzeugung aus Holz einen Anteil von 2 % am Endenergieverbrauch (Wärme) im Landkreis ein. Insbesondere kleine und mittlere Holzheizanlagen im Haushaltsbereich, die mit Scheitholz betrieben werden, sind im Barnim häufig anzutreffen. So sind nach einer Untersuchung an der FH Eberswalde im Landkreis Barnim 16.065 Holzheizanlagen installiert, wovon knapp 14.000 Anlagen eine installierte Leistung im Bereich unter 15 kW aufweisen.
Strom aus Energieholz
Seit 2006 speist das Holzkraftwerk Eberswalde (HOKAWE) Strom in das öffentliche Netz ein. Die jährlich eingespeiste Menge entspricht fast dem gesamten Stromverbrauch der Stadt Eberswalde.
Geothermie
Die oberflächennahe Geothermie ist nahezu standortunabhängig im Festgestein und im wassergesättigten Lockergestein einsetzbar. Die geologischen Standortbedingungen mit ihren eiszeitlichen Ablagerungen gelten dabei als sehr gut geeignet für die oberflächennahe geothermische Nutzung.
Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe „Geothermie“ der Brandenburgischen Energie Technologie Initiative (ETI) kommen in Brandenburg insgesamt 7 % aller Wohnungen zur Wärmenutzung durch Geothermie in Frage.
Wasserkraft
(Quelle: Wasserkraft Finowkanal GmbH)
Die Wasserkraft nimmt im Landkreis eine untergeordnete Rolle bei der Energiebereitstellung aus Erneuerbaren Energien ein. Nichtsdestotrotz wurden und werden die Möglichkeiten, die sich an den Staustufen entlang des Finowkanals bieten, genutzt.
Derzeit existieren bereits 2 Wasserkraftanlagen (Stecherschleuse, Schöpfurther Schleuse) mit einer insgesamt installierten Leistung von 190 kW. Fünf weitere Anlagen, mit denen sich die Leistung auf 480 kW installierter Leistung erhöhen wird, befinden sich in der Planung. Als weitere Standorte für Wasserkraftanlagen kommen die Abschnitte Drahthammer, Kupferhammer, Stadtschleuse Eberswalde, Ragöse und Liepe in Frage.










